POLIS - lokale Verantwortungsgemeinschaften anstiften und stärken

 

Aktuelle Angebote und Veranstaltungen finden sie hier.

 

zur Bezeichnung Polis:

Als Pólis (πόλις, Plural: póleis) wird gewöhnlich der antike griechische Stadtstaat als städtischer Siedlungskern Stadt mit dazugehörigem Umland (= „Staatsgebiet“) bezeichnet…. ...Am Ende dieses Prozesses stand meist eine Verfassung, in der alle Bürger als politisch berechtigte Bürger mit gleichem aktiven und passiven Wahlrecht (letzteres abgestuft nach der Höhe des agrarischen Einkommens, aber nicht mehr an adlige Geburt gebunden) anerkannt waren und politische Aufgaben in Ratsgremien (bulé) vorberaten, in einer Volksversammlung (ekklesía) mit der Mehrheit der Stimmen entschieden und von jährlich wechselnden Beamten ausgeführt wurden… 

Hat das Projekt „Polis“ etwas mit Poleis zu tun und führen wir die bule und ekklesia wieder ein?

Einen zentralen Schwerpunkt werden Projekte und Aktivitäten im ländlichen Raum darstellen, die sich im Besonderen mit verschiedensten Formen sozial- und lebensweltlicher Benachteiligungen zu befassen haben werden. Wir streben einen Mindestanteil ländlicher Standorte von 2/3 aller Partner an. Ländliche Regionen und die dort lebenden Kinder und Jugendlichen sind in besonderem Maße von den Auswirkungen des Strukturwandels in den neuen Bundesländern (mangelnde Infrastruktur und Bildungsmöglichkeiten, Vergreisung, Abwanderung höher gebildeter junger Erwachsener, Dominanzkulturen rechtsorientierter Jugendgruppen, höhere Anfälligkeit für Extremismus) betroffen.


Projektbeschreibung:

Die Sächsische Landjugend wird im Rahmen der aufsuchenden Arbeit und der Begleitung vieler ehrenamtlich geleiteter Jugendtreffs mit personellen und kollektiven Phänomenen der erlernten Hilflosigkeit, der strukturellen Ausgrenzung und einer Defizit-Orientierung in der Sozialen Arbeit konfrontiert, die junge Menschen langfristig von Hilfestrukturen abhängig macht, statt sie zu Selbstbestimmung und Lebensautonomie zu befähigen. Die strukturellen und demographischen Brüche in den neuen Bundesländern führen besonders in bildungsfernen Bevölkerungsschichten zu einem sich verstärkendem Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit, welches die Nutzung der eigenen Ressourcen für und Optionen der Lebensplanung verschüttet. Ein weiteres Problem in diesem Kontext stellt die sinkende Reflexionsbereitschaft mit dem Effekt der Fremdzuschreibung der Verantwortung für die individuellen Lebenswege sowie dem Absinken der generellen Bereitschaft zur Partizipation und Mitwirkung in gesellschaftlichen und sozialen Fragen. Gerade in der Schaffung non-formeller und informeller Lerngelegenheiten und der Befähigung bildungsferner Jugendlicher zur Nutzung dieser Optionen, sehen wir einen Schlüssel zur langfristigen Verbesserung deren Teilhabechancen und der Überwindung sozialer Vererbung von Bildungs- und Erwerbschancen. Aus diesen Erfahrungen heraus sehen wir ein Handeln auf mehreren Ebenen als notwendig an:


SOZIALE GRUPPENARBEIT

Die ressourcenorientierte Gruppenarbeit zum Stiften von Zusammenhängen zwischen Personen und sozialen Gruppen sowie das Schaffen von Selbstwirksamkeitserfahrungen, dass heißt die Entfaltung personaler Kräfte in der stärkenden Gemeinschaft mit Anderen. 
Auf der Ebene der sozialen Gruppen (Jugendgruppen im ländlichen Raum) besteht die zentrale Zielsetzung darin, problemadäquate Unterstützungsnetzwerke zu initiieren. Auf der Basis gemeinsam erfahrener Handlungswirksamkeit können sich personale Kräfte in der stärkenden Gemeinschaft entfalten sowie resignative und demoralisierende Erfahrungen überwunden werden.


ORGANISATIONSENTWICKLUNG

Auf der institutionellen und kommunalen Ebene mit dem Ziel der Öffnung von Räumen für Jugend- und Bürgerbeteiligung sowie der Schaffung eines förderlichen Klimas für ziviles Engagement und Selbstorganisation.
Zentrales Projektziel auf der Ebene der Organisationen (Institutionen / Gemeinden) besteht in der Schaffung eines förderlichen Klimas für Selbstorganisation, Partizipation und bürgerschaftliches Engagement, der Sensibilisierung für die Anforderungen von Gender Mainstreaming, dem Öffnen und Entwickeln von Räumen zur Jugend- und Bürgerbeteiligung sowie der Etablierung von Verfahren formaler Beteiligung (Bsp. Bürgerbeiräte und –haushalte).


(FACH)VERANSTALTUNGSORGANISATION

Begleitend können an einzelnen Projektstandorten unterstützende Maßnahmen auf beiden Wirkungsebenen angeboten werden. Hierbei sind vor allem folgende Aktionsformen denkbar: Jugendaktionstage, Fachtage zu spezifischen Themen (Fachtag Jugendbeteiligung und Selbstorganisation, Fachtag Jugendkultur, Fachtag Genderfragen…), Bürgerfeste im Gemeinwesen und vieles andere mehr in Abhängigkeit von der spezifischen Situation vor Ort.


BERATUNG und COACHING

Im formulierten Spannungsfeld von Demokratiebildung, Selbstbefähigung, Partizipation und Strukturanpassungen setzen wir auf längerfristige Begleitstrukturen.
Träger der Jugendhilfe, öffentliche Institutionen und Gemeindegremien, Jugendinitiativen und Bürgernetzwerke können Beratungs- und Coachingleistungen im Zusammenhang mit den Projektaktivitäten vor Ort oder als isoliertes Setting erhalten.


BEISPIELAKTIVITÄTEN

- Beratungen und Workshops mit den ortsansässigen Jugendlichen, Jugendarbeitern, kommunalen Entscheidungsträgern, Lehrern und anderen Schlüsselpersonen (Wo liegen die spezifischen Probleme? Was könnten die Ursachsen hierfür sein? Wie können angemessene Reaktionen aussehen? Was soll sich vor Ort ändern? Wen wollen wir mit welchem Ziel erreichen? Wie und durch wen kann die Nachhaltigkeit nach der Projektlaufzeit gesichert werden?)

--> daraus können entstehen:
- Kreativprojekte und Aktionen der Wohn- und Lebensumfeldgestaltung (Stadtrallye, „Tag der Jugend“, Graffiti und Skateevents, Open Airs, Turniere, Kinder- und Jugendstadtpläne, politische Stammtische und Bürgermeistersprechstunden, Jugendforen etc.)
- erlebnispädagogische und medienpädagogische Kurse und Trainings (Planspiel Staatsgründung, Kooperation von und Problemlösung zwischen Gruppen/Organisationen, Videoworkshop zu lokalen Themenfeldern, Homepagegestaltung für den Jugendverein, Radiosendung mit Jugendlichen zu lokalen Problemfeldern und Themen)
- Befähigung der Gruppe zu Teamarbeit, individueller/kollektiver Kompetenzerwerb (sozialer und methodischer Schlüsselkompetenzen)
- Coaching von Initiativbestrebungen (Konzepterarbeitung, lokale Partnersuche, Öffentlichkeitsarbeit, Beantragung und Umsetzung) mit methodischen Unterstützungsinstrumenten (Empowerment – Zirkel, Zukunftswerkstatt und Beteiligungsspirale)
- Diskussionsrunden mit Politikern, Bürgern, Vertretern der Wirtschaft und Pädagogen
- Organisationsberatung und Gruppenarbeit (bürgerfreundliche Kommune/Verwaltung, runde Tische mit Jugendlichen, mitarbeiterbezogene Beratungsinstrumente etablieren, demokratische Organisationsstrukturen) 


POLIS wird gefördert durch Aktion Mensch.

aktuelle Veranstaltung

Fachgruppe "Jugendarbeit in ländlichen Räumen"

Datum: 04-11-10

Ort: Dresden

Beschreibung: In der Fachgruppe treffen sich JugendarbeiterInnen aus den ländlichen Räumen Sachsens, um gemeinsam ähnliche Themen und Problemlagen zu besprechen und fachlich aufzuarbeiten. Die Fachgruppe ist Ort für Fallarbeit, Diskussionen und fachlicher Expertise, die dazu beiträgt, dass Jugendarbeit vor Ort unter den gegebenen Rahmenbedingungen professionell umgesetzt werde kann. ..

Vereins- und Steuerrecht leicht gemacht

Datum: 13-11-10

Ort: Dresden

Beschreibung: Das Seminar  „Steuer- und Vereinsrecht leicht gemacht“ findet auch in diesem Jahr wieder statt. Einen Tag lang bieten wir ihnen die Möglichkeit, sich gemeinsam mit unserem Fachmann dem Thema zu stellen.

Bildungsfahrt nach Auschwitz

Datum: 14-11-10 bis 18-11-10

Ort: Oswieciem (Polen)

Beschreibung: Mit dem Namen Auschwitz verbinden sich die dramatischen geschichtlichen Ereignisse um die barbarische Tötung von Millionen Menschen in der Nazizeit. Auschwitz ist somit Symbol für die systematische Vernichtung von Juden, Homosexuellen, Sinti und Roma und vielen weiteren Opfergruppen. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind auch in unserer heutigen Gesellschaft verbreitet. Diese Bildungsfahrt will den Bogen schlagen von historischer Betrachtung von Schuld und Verantwortung und der Diskussion heutiger Verhältnisse...